Ich fiebere mit meinen Hochzeitspaaren mit.
Sie haben schon viele Paare getraut und sind trotzdem immer noch ein wenig aufgeregt, wenn der festliche Gottesdienst beginnt. Im Interview berichten Pfarrerin Franziska Stoellger und Pfarrer Dierk Rafflewski aus Heddesheim aus ihrer Praxis.
Was ist Ihnen besonders wichtig, wenn Sie ein Paar trauen?
Stoellger: Eine kirchliche Trauung markiert einen wichtigen Punkt in einer Lebensgeschichte. Ich freue mich, dabei zu sein. Ich schätze die oft sehr persönlichen Gespräche im Voraus. Und natürlich fiebere ich mit meinen Brautpaaren mit, dass zum Beispiel das Wetter gut wird. Und dann kommt dieser würdevolle Moment, wenn sich die Gemeinde zum Einzug des Brautpaares erhebt. Bei allem ist besonders wichtig, dass das Brautpaar im Vordergrund steht: Wie stellt sich das Brautpaar die Trauung vor?
Wie können sich das Hochzeitspaar oder auch die Gäste individuell in den Traugottesdienst einbringen?
Rafflewski: Im Traugespräch lernen wir einander kennen und planen gemeinsam den gesamten Gottesdienst. Das Brautpaar kann einen biblischer Trauspruch selbst aussuchen. Gerne können Angehörige die Lesung übernehmen oder Fürbitten formulieren, das Liedblatt gestalten oder sich um den Blumenschmuck kümmern. Freundinnen, Freunde oder die Familie können sich mit Musikbeiträgen beteiligen. Das Paar entscheidet, wie es in die Kirche einziehen möchte. Ich finde es am schönsten, wenn es das gemeinsam macht. Wenn die Braut von ihrem Vater zum Altar geführt werden will, ist das aber auch okay.
Manche Paare und ihre Gäste sind vor der Hochzeit lange nicht mehr in einem Gottesdienst gewesen. Wie können sie sich trotzdem heimisch fühlen in der Kirche?
Stoellger: Wichtig ist mir, dass die Menschen sich in der Kirche wohlfühlen. Dabei hilft eine passende Sprache: Von der lockeren Begrüßung bis zu angemessenen Worten bei den Gebeten und dem Segen des Paares. Auch bei Gästen, die der Kirche nicht so nahestehen, freue ich mich über eine Mitwirkung. So wird deutlich, dass die Kirche vielstimmig ist.
Muss es immer in der Kirche sein?
Rafflewski: Ich als Pfarrer liebe natürlich die besondere Atmosphäre in unserer Kirche, ein Gottesdienst kann aber auch an einem anderen geeigneten Ort gefeiert werden.
Wichtig besonders für eine evangelische Trauung ist der Trauspruch aus der Bibel. Wie findet ein Paar den Spruch, der zu ihm passt?
Stoellger: Ich persönlich mag kurze Sprüche, die man sich gut merken kann und die durch das Leben begleiten. Auf www.trauspruch.de gibt es eine Anleitung für die Auswahl.
Kann man sich auch zu viele Gedanken um den Traugottesdienst machen?
Stoellger: Ja, das beobachte ich häufig, dass sich Brautpaare zu sehr den Kopf zerbrechen. Ich rate ihnen: Gebt kurz vorher ab, was möglich ist, lasst den Tag einfach laufen und genießt ihn. Selbst, wenn manches im Detail anders läuft als geplant, muss das nicht schlecht sein. Und das Brautpaar wird ja auch vom Pfarrer oder der Pfarrerin durch den Gottesdienst geführt. Manchmal macht gerade Unvorhergesehenes den besonderen Charme aus.
Rafflewski: Das stimmt. Einmal brachte beispielsweise ein Kind die Ringe und war so nervös, dass es hinfiel und ein Ring in den Heizungsschacht kullerte. Während des ersten Liedes sind dann ein paar Männer in den Schacht gestiegen und haben den Ring herausgefischt. Etwas Anspannung gehört dazu. Aber es ist schön zu beobachten, wenn diese abfällt und nach dem Ja-Wort und der Segnung entspannt gefeiert wird, dass das Paar seinen Tag inszenieren, sich aber auch fallenlassen darf.
Rafflewski: Das stimmt. Einmal brachte beispielsweise ein Kind die Ringe und war so nervös, dass es hinfiel und ein Ring in den Heizungsschacht kullerte. Während des ersten Liedes sind dann ein paar Männer in den Schacht gestiegen und haben den Ring herausgefischt. Etwas Anspannung gehört dazu. Aber es ist schön zu beobachten, wenn diese abfällt und nach dem Ja-Wort und der Segnung entspannt gefeiert wird, dass das Paar seinen Tag inszenieren, sich aber auch fallenlassen darf.
Können Paare ihre Kinder im Traugottesdienst taufen lassen?
Rafflewski: Klar geht das. Mit der Hochzeit kann auch immer eine Taufe verbunden werden, wir sprechen daher gerne von „Traufe“. Entweder wird dann ein Ehepartner getauft oder ein Kind. In der Regel findet im ersten Fall die Taufe vor der Trauung statt, im zweiten Fall nach der Segnung des Paares. Wie wir die beiden Anlässe gut miteinander verbinden können, gehen wir gemeinsam im Traugespräch durch.
Wird bei einer Trauung das Abendmahl gemeinsam gefeiert?
Rafflewski: Manche Paare wünschen sich das. Dann feiern wir das Abendmahl nach dem Trausegen.
Früher hieß es oft, dass während eines Gottesdienstes nicht fotografiert oder gefilmt werden darf. Gilt das heute auch noch?
Rafflewski: Ich selbst schlage beim Traugespräch vor, dass eine Person fotografiert oder filmt, zu der ich vorher Kontakt aufnehme und alles Weitere bespreche. Sonst gibt es Blitzlichtgewitter beim Ringwechsel. Und man kann ja auch nach dem Gottesdienst noch persönliche Bilder machen.
Stoellger: Es ist schön, wenn auf jedem Handy ein oder zwei Fotos landen, um die Botschaft zu verbreiten. Dabei sollte aber die Atmosphäre nicht gestört werden.
Stoellger: Es ist schön, wenn auf jedem Handy ein oder zwei Fotos landen, um die Botschaft zu verbreiten. Dabei sollte aber die Atmosphäre nicht gestört werden.
Manchmal treten bei der Vorbereitung der Hochzeit unvorhergesehene Probleme auf. Können Sie da helfen?
Stoellger: Ich bin da gerne zu einem Gespräch bereit, das über die Vorbereitung des Gottesdienstes hinausgeht. Was mir wichtig ist: Die Hochzeit soll ein sehr schöner Tag sein, aber es muss nicht unbedingt der schönste sein, denn dann könnte es ja nur noch schlechter werden!
Rafflewski: Ich habe beispielsweise schon erlebt, dass es im Vorfeld der Trauung einen Todesfall gab. An den Verstorbenen kann dann im Fürbittengebet gedacht werden. Oder das Brautpaar gestaltet eine Kerze, die zu Beginn des Traugottesdienstes gemeinsam entzündet wird.
Rafflewski: Ich habe beispielsweise schon erlebt, dass es im Vorfeld der Trauung einen Todesfall gab. An den Verstorbenen kann dann im Fürbittengebet gedacht werden. Oder das Brautpaar gestaltet eine Kerze, die zu Beginn des Traugottesdienstes gemeinsam entzündet wird.
